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Warum Hierbleiben? Stimmen aus der Region

Schulabgänger haben in Brandenburg vielfältige Möglichkeiten. Doch was macht die Region als Ausbildungsplatz so besonders? Wir haben bei drei Wirtschaftsexperten der Region nachgefragt.

Thomas Franke 

Leiter Fahrzeugbetrieb & Ausbildung bei der Havelländischen Eisenbahn AG in Elstal/Wustermark


Wolfgang Spieß

Geschäftsführer Bildung bei der IHK Potsdam


Rainer Schmidt 

Leiter Berufliche Bildung bei der Heidelberger Druckmaschinen AG in Brandenburg an der Havel

Warum sollten Schulabgänger hierbleiben?

Wolfgang Spieß:Jugendliche finden in der Region beste Ausbildungschancen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach einer Ausbildung übernommen werden, ist sehr hoch.Auch die Heimatverbundenheit spielt eine Rolle: Viele junge Leute zieht es zwar in die Großstadt, später sind sie aber doch froh, wieder in die Heimat zurückzukehren. Denn hier ist die Lebensqualität hoch und der Wohnraum bezahlbar.

Thomas Franke: Dazu kommt: Die Region bietet Ausbildungsmöglichkeiten in fast allen Fachrichtungen. Außerdem schließen sich Hierbleiben und Fernweh nicht aus. Ich empfehle jungen Leuten gerne Auslandspraktika durch das Programm „Berufsbildung ohne Grenzen“. Viele hiesige Firmen haben auch auswärtige Niederlassungen, die an der Ausbildung beteiligt sind.

Rainer Schmidt: So ist das zum Beispiel bei uns: Wir schicken unsere Service-Mechatroniker im dritten und vierten Ausbildungsjahr auf deutschland- und weltweite Einsätze mit erfahrenen Service-Monteuren, damit sie optimal auf das Berufsleben im direkten Kundeneinsatz vorbereitet werden. Generell muss man Brandenburg ganz sicher nicht verlassen, um eine qualitativ gute Ausbildung zu erhalten. Hier sind namhafte Betriebe angesiedelt, die gute Entwicklungsperspektiven für junge Menschen bieten.

Welche Chancen bietet die Region?

Wolfgang Spieß:Mit einer abgeschlossenen Ausbildung kann man hier noch richtig Karriere machen. Viele Unternehmer gehen in den kommenden Jahren in Rente und suchen nach Nachfolgern. So bieten sich durchaus Möglichkeiten, auch in die Führungsebene aufzusteigen.

Rainer Schmidt: Das stimmt. Das Durchschnittalter der Brandenburger liegt bei 46,8 Jahren. Die jungen Leute haben also gute Entwicklungschancen, weil auf allen Hierarchieebenen perspektivisch Nachwuchs gebraucht wird.

Thomas Franke: Meiner Erfahrung nach schwanken viele junge Menschen zwischen Ausbildung und Studium. Durch die Vernetzung der Firmen mit den brandenburgischen Universitäten und Fachhochschulen ist aber ein Studium nach der Ausbildung nicht ausgeschlossen. Das bringt auch Vorteile, weil man dann schon praktische Erfahrung gesammelt hat.

In welchen Berufen und Branchen haben Azubis besonders gute Chancen?

Thomas Franke:Aus meiner Sicht ist die Logistik der größte Wachstumsmarkt der Region. Da gibt es eine breite Palette an spannenden Ausbildungsberufen, nicht zuletzt werden Lokomotivführer sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr von vielen Unternehmen gesucht. Auf dem Weg dahin kann man auch noch Industriemechaniker werden, kriegt also gleich noch eine große Portion Handwerk beigebracht.

Wolfgang Spieß:Die Nachfrage nach Fachkräften erstreckt sich in Brandenburg flächendeckend über alle Orte und Branchen. Neben der sind es auch die Metallverarbeitung, der Dienstleistungssektor und die Elektroindustrie. Besonders gefragt derzeit sind Fachkräfte für Lagerlogistik, Köche, Industriemechaniker und Sportfachleute.

Rainer Schmidt: Bei uns am Standort Brandenburg beschäftigen wir vor allem Facharbeiter wie zum Beispiel Industriemechaniker. Da gibt es gute Chancen, schon allein aufgrund der Altersstruktur. Viele ältere Kollegen gehen in den kommenden Jahren in Rente, da brauchen wir Nachwuchs. Das ist aber nicht nur bei uns so, sondern der demografische Wandel betrifft alle Branchen. Das heißt in allen Berufsfeldern gibt es in der Zukunft gute bis sehr gute Chancen für lernbereite Schulabgänger, die bereit sind, Verantwortung für sich und für ihre Entwicklung zu übernehmen.

Wie finden Schulabgänger den passenden Ausbildungsplatz?

Wolfgang Spieß:Generell können sich Jugendliche daran orientieren, was ihnen Spaß macht. Im Schulfach Wirtschaft-Arbeit-Technik zeigt sich schnell, ob sich Schüler/-innen für einen gewerblich technischen Beruf eignen. Wer sich nicht sicher ist, profitiert von Praktika in Unternehmen oder Ferienarbeit. Einen guten Überblick über die Möglichkeiten der Region bieten außerdem die Ausbildungsmessen der Region, das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit und die Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern.

Thomas Franke: Ich finde, bereits vor dem Schulabschluss sollten Schüler schauen, welche Berufe  es gibt, die ihren Hobbys entsprechen. Jede Gelegenheit für ein Praktikum ist Gold wert. Die meisten Schulen und Firmen sind da sehr aufgeschlossen. Und wenn ein Praktikum nicht gefällt, ist das auch eine wichtige Erkenntnis. Ich rate allen Jugendlichen: Lasst Euch von Fehlschlägen nicht abschrecken. Der eine schreibt nur eine einzige Bewerbung und hat gefunden, was er sucht. Andere brauchen mehrere Anläufe. Das gehört dazu, wie das Gegentor in der Bundesliga. Die Suche nach dem geeigneten Ausbildungsplatz braucht Zeit.

Rainer Schmidt:Das sehe ich auch so. Jugendliche müssen sich schon frühzeitig orientieren. Wir gehen schon auf Viert- und Fünftklässler zu und führen sie spielerisch an technische Berufe heran. In den Jahrgangsstufen Sieben bis Neun bieten wir dann Schülerpraktika an. Wir wissen zwar nicht, ob die Kinder dann Jahre später bei uns als Auszubildende landen, aber wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren. Für uns ist das eine Investition in die Zukunft. Und für die jungen Menschen eine Erfahrung, auch wenn sie dabei feststellen, dass der Maschinenbau bzw. die Industrie nicht ihr Ding ist.

Welche Rolle spielen die Eltern?

Wolfgang Spieß: Eltern und nahe Verwandte sind ein ausschlaggebender Faktor bei der Wahl des Ausbildungsplatzes. Circa 80 Prozent der Entscheidungen treffen Eltern mit ihren Kindern. Sie sind also ein wichtiger Partner.

Thomas Franke: Eltern sind eine großartige Unterstützung. Sie kennen die Interessen ihrer Kinder und können Vorschläge für geeignete Berufe machen. Dabei sollten sie aber nicht versuchen, den Kindern ihre eigenen Träume aufzuzwingen. Eltern sind auch gute Begleiter auf Informationsveranstaltungen. Wenn Jugendliche mit ihren Freunden dahin gehen, stellen sie oft ihre eigenen Interessen zurück, um den anderen zu gefallen.

Rainer Schmidt: Eltern sollten ihre Kinder als Berater dazu animieren, ihren eigenen Weg zu gehen. Nur weil der Vater studiert hat und in seinem Beruf zufrieden ist, müssen die Kinder nicht einen ähnlichen Weg einschlagen. Eltern sollten vielmehr bei der Berufsorientierung und beim Ausprobieren helfen und nicht das Ziel verfolgen, sich in ihren Kindern selbst zu verwirklichen oder sie animieren, den leichtesten Weg zu wählen.