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Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Next Stop: USA

Der Software-Anbieter Derdack aus Potsdam hat den Schritt über den großen Teich gewagt und eine Tochtergesellschaft in den USA gegründet. Der geschäftsführende Gesellschafter Matthes Derdack erzählt, wie sich das Unternehmen dort behaupten will.

Eigentlich war die Firma Derdack schon immer international unterwegs: Das Unternehmen aus Potsdam verkauft seine Software-Lösungen in Australien, Dubai und auch in Nordamerika. Unternehmen und Organisationen aus mehr als 50 Ländern setzen die Produkte der Potsdamer ein. Die USA waren dabei schon immer wichtig: „Dort ist der Markt für Software und Technologie nach wie vor am größten“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Matthes Derdack. Sein Unternehmen, das er gemeinsam mit Doreen Jacobi und Ronald Czachara im Jahr 1999 gründete, entwickelt Alarmierungssoftware. Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach, wie Derdack erklärt: „Wenn es im Rechenzentrum eines Unternehmens zum Beispiel eine Störung gibt, bekommt der zuständige Kollege eine Mitteilung aufs Smartphone und kann das Problem mit einem Klick beheben.“

Diese Technik kommt an: Zu Derdacks Kunden zählen vor allem Großkonzerne wie Boeing oder Microsoft. Mit dem Tech-Giganten arbeitet das Potsdamer Unternehmen bereits seit dem Jahr 2011 zusammen. Das bedeutet: Die Derdack-Software ist mit den Microsoft-Produkten kompatibel und wird im Katalog des Konzerns geführt. Unter anderem gab die Kooperation mit Microsoft den Anstoß, eine eigene Tochtergesellschaft in den USA zu gründen. „Man tritt als Geschäftspartner einfach seriöser und verlässlicher auf, wenn man eine eigene Niederlassung vor Ort hat“, sagt Matthes Derdack. 

„Man tritt als Geschäftspartner einfach seriöser und verlässlicher auf, wenn man eine eigene Niederlassung vor Ort hat“

Also wagte er den Schritt über den großen Teich in den Ostküstenstaat Virginia: In Glen Allen, einem Vorort von Richmond, gibt es seit dem Jahr 2014 eine Tochtergesellschaft. Inzwischen macht das US-Geschäft 40 Prozent des Firmenumsatzes aus. Auch neue Kunden haben die Potsdamer durch die eigene Niederlassung gewonnen. Zum Beispiel die öffentlichen Schulen von Chicago, die University of Indiana und eine texanische Bank.

40

Prozent des Firmenumsatzes macht das US-Geschäft inzwischen aus. In Glen Allen, einem Vorort von Richmond, gibt es seit dem Jahr 2014 eine Tochtergesellschaft. 

Der erste Anstoß für den Schritt kam über die IHK Potsdam: „Bei einem Vortrag haben Geschäftsleute aus Virginia die Möglichkeiten für deutsche Unternehmen in ihrer Region vorgestellt. Das hat uns dann endgültig überzeugt“, erinnert sich Derdack. Der Standort birgt viele Vorteile: Neben einer für die USA vergleichsweise geringen Zeitverschiebung von sechs Stunden ist Virginia von der Hauptstadt Washington D.C. aus in nur zwei Autostunden zu erreichen. Das haben auch große Konzerne wie Volkswagen erkannt, die bereits seit Jahrzenten mit eigenen Niederlassung in dem Bundesstaat an der Ostküste der USA vertreten sind.

 

Die Gründung der US-Tochter war für Derdack trotz Unterstützung der Kammer herausfordernd: „Die Amerikaner haben andere Technik-Vorlieben als wir Deutschen“, sagt Matthes Derdack. Während Produkte hierzulande in allen Leistungen perfekt sein müssten, zähle für die US-Amerikaner vor allem Pragmatismus. „Software muss schnell und ohne Probleme funktionieren. Bei den Deutschen müssen oft unzählige Anforderungen im Detail erfüllt werden.“

„Die Amerikaner haben andere Technik-Vorlieben, für sie zählt vor allem Pragmatismus. Bei den Deutschen müssen oft unzählige Anforderungen im Detail erfüllt werden.“

Eine weitere Herausforderung: die Tochtergesellschaft rechtlich und steuerlich auf eigene Beine zu stellen. „Dafür brauchten wir professionelle Unterstützung, die viel Geld gekostet hat.“ Noch ist die Niederlassung mit drei Mitarbeitern überschaubar. Doch Derdack hat große Pläne: In den kommenden Jahren soll das US-Geschäft mindestens die Hälfte des Gesamtumsatzes der Potsdamer beisteuern.