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Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Das Eisen der Bahn

Vom Schotter bis zur Oberleitung - Spitzke ist eines der führenden Bahninfrastrukturunternehmen Europas. Das Erfolgsgeheimnis der Firma aus Großbeeren südlich von Berlin: ständige Veränderung, gepaart mit einem langfristigen Plan.

200 Meter lang, 800 Tonnen schwer, 4.400 PS. Das sind die Eckdaten von „Katharina die Große“. Die Gleisbaumaschine mit dem klingenden Spitznamen ist eines der Aushängeschilder des Technikparks von Spitzke. Bis zu 100 Meter Gleisbett und einen Meter Tiefe saniert der gelbe Stahlkoloss in nur einer Stunde. Das „kaiserliche“ Gerät befindet sich in guter Gesellschaft: 34 Gleisbaumaschinen und 21 Loks der Spitzke-Flotte sind auf deutschen und europäischen Schienen derzeit unterwegs. Die Faszination für große Maschinen gehört zur DNA der brandenburgischen Firma – und erfasst früher oder später jeden Mitarbeiter.

Immer in Bewegung

Auch Somchai Chaisan ist sichtlich stolz auf „seine“ Gleisbaumaschine. Der 25-Jährige ist als Industriemechaniker bei Spitzke derzeit auf einer Schotterverteil- und Planiermaschine im Einsatz. Gemeinsam mit einer Stopfmaschine sorgt dieses Großgerät dafür, dass das Gleisbett sauber und der Schotter optimal verteilt ist.

Somchai Chaisan, der in Thailand geboren wurde und als Achtjähriger nach Deutschland kam, mag die Abwechslung an seiner Arbeit. „Eigentlich bin ich immer unterwegs“, sagt er. Mal ist er nur für eine Schicht im Einsatz, mal dauern seine Arbeitsreisen drei Wochen und führen ihn in alle Ecken Deutschlands, aber auch ins Ausland. Die Entscheidung, seine Ausbildung bei Spitzke zu machen, traf der junge Mann ganz bewusst: „Ich wollte etwas Handwerkliches machen und im Freien arbeiten. Als ein Kumpel mir dann von seiner Ausbildung bei Spitzke erzählte, wusste ich gleich: Das passt zu mir.“ 

Unternehmensziel: Verbindungen schaffen

Ob Fern- oder Regionalbahn, S- oder U-Bahn, Straßenbahn oder Industriebahn: Spitzke plant, baut, wartet und repariert Bahnanlagen aller Streckenklassen, Bahnhöfe sowie Eisenbahnbrücken, fertigt Gleis- und Weichenschwellen sowie Bahn- und Freileitungsmaste. Gegründet als Tiefbauunternehmen 1936 im schlesischen Breslau, zog das Unternehmen 1946 nach West-Berlin. Den Wendepunkt in der Firmengeschichte markierte 1991 der Einstieg von Waldemar Münich. Mit ihm als neuem Inhaber entwickelte sich das Unternehmen rasant – und beschäftigt heute circa 2.000 Mitarbeiter mit 130 verschiedenen Berufsprofilen an 19 Standorten in Europa. Die Gesamtleistung von Spitzke im Geschäftsjahr 2016/2017: 378 Millionen Euro.

„Unser Ziel ist es, der Bahn als Partner zur Seite zu stehen und alles anzubieten, was sie braucht, um fahren zu können“, sagt Christian Krippahl. Der Personaldirektor ist seit 17 Jahren bei Spitzke und hat das Wachstum des Unternehmens begleitet. Und er hat erlebt, wie das Unternehmen sich nach und nach zum Komplettanbieter für Bahninfrastrukturprojekte wandelte. „Früher haben wir uns auf die maschinelle Instandsetzung konzentriert. Heute verfügen wir über alle wichtigen Kompetenzbereiche –  unter anderem auch über eigene Lokomotiven, eigene Schweißtrupps, ein eigenes Schwellenwerk und eine eigene Sicherungsfirma. Damit können wir die Dinge selbst in die Hand nehmen und gestalten.“

Mit Mut und Weitsicht an die Spitze

Der Mut, sich ständig zu verändern und Innovationen voranzutreiben – das ist für Christian Krippahl eines der Erfolgsgeheimnisse von Spitzke. Genauso wichtig sei aber auch die Weitsicht, die jede Geschäftsentscheidung präge. „Bei uns bleibt das, was erwirtschaftet wird, im Unternehmen. Es wird reinvestiert – in unsere Mitarbeiter, in Technik und Maschinen. So sichern wir nachhaltig unsere Zukunft.“ Neben dem nachhaltigen Wirtschaften ist auch der Erhalt einer lebenswerten Umwelt ein großes Thema für das Unternehmen. „Grundsätzlich unterstützen wir mit unserer Arbeit das umweltfreundliche System Bahn“, sagt Christian Krippahl. So sei eines der nächsten Großprojekte die Elektrifizierung der Bahn in Süddeutschland. „Statt mit Dieselloks sollen die Züge dort künftig mit grünem Strom fahren. Und dafür braucht es die entsprechenden Oberleitungen.“ Spitzke verfolgt in punkto Nachhaltigkeit aber auch eigene Ziele: So sei man ständig bestrebt, den eigenen CO2-Ausstoß zu senken, Lärm und Staub rund um die Baustellen zu reduzieren sowie die eigenen Energieverbräuche zu minimieren.

Herausforderung der Zukunft: Nachwuchs finden – und fördern

„Leute wie Somchai Chaisan zu finden ist ein großer Glücksfall“, sagt Christian Krippahl. Angesichts von Fachkräftemangel und alternder Gesellschaft sei es eine wichtige Aufgabe, junge Menschen für die Branche zu begeistern – und zu halten. Auch deshalb wird Spitzke im Sommer ein riesiges Ausbildungszentrum in Großbeeren eröffnen. Auf etwa 1.500 Quadratmetern können dann alle Auszubildenden der Unternehmensgruppe von erfahrenen Fachkräften und hauptberuflichen Ausbildern lernen.

Spitzke investiert aber auch in die Weiterbildung: Seit 2015 fördert die „Spitzke Akademie“ die berufliche und persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter. „Wir wollen jeden Einzelnen in seiner individuellen Karriereplanung unterstützen – über alle Ebenen hinweg, vom Gleisbauhelfer bis hin zu Führungskräften“, sagt Jenny Malter, die Leiterin der Akademie. Neben Pflichtschulungen organisiert die Spitzke Akademie Qualifizierungsreihen, unter anderem für Neu- und Quereinsteiger oder Bauleiter. Außerdem stehen Angebote für Auszubildende, etwa zum Umgang mit den sozialen Medien, sowie Seminare für Führungskräfte zu Kommunikation und Mitarbeiterführung auf dem Programm. Allein im vergangenen Winter haben 1.300 Teilnehmer unser Angebot genutzt“, so Jenny Malter. In Zukunft sollen noch viele neue Kurse hinzukommen und auch externe Teilnehmer von der Spitzke-Expertise profitieren.