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Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Die Zukunft wird aus Schaum gebaut

Es muss nicht immer Heavy Metal sein. Ein innovatives Tech-StartUp in Kirchmöser (Stadt Brandenburg an der Havel) zeigt, dass stabile Metallwerkstoffe ganz leicht sein können. Der Trick: Aluminium lässt sich aufschäumen.

„Im Grunde geht es bei uns zu wie in der Kuchenbäckerei“, erklärt Dennis Alsdorf, Mitgründer und Co-Geschäftsführer der Havel metal foam GmbH. „Wir vermischen unsere Zutaten mit einem Treibmittel, füllen das Ganze in eine Form und backen es im Ofen zum fertigen Produkt – dem Aluminiumschaumteil.“

Aluminiumschaum ist ein Werkstoff mit vielen Vorteilen: Er ist ausgesprochen verwindungssteif und energieabsorbierend, dabei jedoch so leicht, dass er auf Wasser schwimmt. Zudem ist das Material zu 100 Prozent recyclingfähig. Ein weiterer Pluspunkt: Es lässt sich prinzipiell in jede beliebige Form bringen. Zudem kann man den Aluschaum mit Decklagen aus Aluminium oder Stahl versehen. Diese lassen sich mit gängigen Verfahren schweißen, biegen und abkanten. Bohren, Fräsen oder das Beschichten sind problemlos möglich. Ein weltweites Alleinstellungsmerkmal des Schaums aus Kirchmöser ist es, dass die Bindung des Schaums mit den Decklagen ohne jeglichen Klebstoff zustande kommt. Damit sind die Produkte absolut unbrennbar. Havel metal foam ist der weltweit erste und einzige Hersteller, der vier verschiedene Aluminiumschaum-Technologien (Sandwiche, Paneele, 3D-Formteile und ausgeschäumte Profile) in Serie fertigt.

Doch zurück zur Kuchenmetapher. Wie in einer Bäckerei steht auch in der modernen Produktionshalle von Havel metal foam der Ofen im Mittelpunkt. Doch dieser produziert deutlich mehr Hitze, als ein Kuchen vertragen könnte. Das Aluminium, mit Zuschlagsstoffen und Treibmittel in kleine Barren gepresst und dann von Hand sorgfältig in die individuell angefertigte Formen eingepasst, schäumt erst bei Temperaturen von deutlich über 600 Grad. Eine knappe Dreiviertelstunde dauert ein Durchlauf auf dem Förderband durch den meterlangen Brennraum.

Dennis Alsdorf ist sich sicher: Dem leichten Werkstoff made in Kirchmöser gehört die Zukunft. „Wesentlich für unsere Motivation, im Herbst 2012 unser Unternehmen von Null auf zu gründen, war, dass Aluminiumschaum sehr vielseitig einsetzbar ist. Unser Produkt ist nicht nur auf den ersten, sondern auch noch auf den zweiten und dritten Blick spannend.“ Besondere Potenziale sieht er im Bereich der Elektromobilität: „Hier werden Fahrzeuge nicht einfach nur weiterentwickelt, sondern komplett neu gedacht. Das ist in meinen Augen ein ideales Feld für innovative Werkstoffe.“

Innovation bedeutet permanentes Lernen: „Inzwischen wissen wir schon eine ganze Menge, aber noch lange nicht alles. Das ist wieder wie beim Backen. Auch da muss man auch mal etwas Neues probieren, und es klappt nicht immer alles beim ersten Versuch.“ Aber natürlich agiert man bei Havel metal foam nicht nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Geschäftsführer Alsdorf berichtet von intensiver Kooperation: „Wir arbeiten bei der Forschung und Entwicklung sehr eng und vertrauensvoll mit unseren jeweiligen Kunden zusammen, um passgenaue Lösungen für deren individuelle Anwendungen zu führen. Außerdem stehen wir in ständigem Austausch mit den Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Chemnitz.“

Die metallenen Innovationen wissen nicht nur die deutschen und internationalen Kunden des jungen Unternehmens zu schätzen: Im November 2018 gab es vom Landesministerium für Wirtschaft und Energie den Brandenburger Innovationspreis Metall.

Mehr Infos über das Unternehmen und seine Produkte gibt es unter www.havel-mf.de