Mach uns zu deinem Heimathafen.

Docke an einen attraktiven Wirtschaftsstandort mit unbegrenzten Möglichkeiten an.

Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Software aus der Feuerwache

„Dem 3D-Drucker ist es völlig egal, ob er 1.000 identische oder 1.000 unterschiedliche Teile herstellt“ ­ Florian Reichle bringt den Charme und Vorteil des 3D-Drucks auf den Punkt. Dass mit der Technik auch Geld zu verdienen ist, erkannte der heute 36-Jährige früh. 2013 gründete er mit zwei Mitstreitern das Unternehmen Trinckle 3D. 2014 bezog das StartUp seine Räume in der ehemaligen AEG Feuerwache in Hennigsdorf (Kreis Oberhavel). Mittlerweile arbeiten in dem lichtdurchfluteten Loft 17 fest angestellte Mitarbeiter, vorwiegend Mathematiker und Informatiker, an Steuerungs- und Konstruktionssoftware für das relativ neue Fertigungsverfahren. „Wir haben hier in Brandenburg gute Bedingungen vorgefunden, über einen Glasfaseranschluss haben wir schnelles Internet, was für unsere Branche natürlich eine Grundvoraussetzung ist“, erklärt der Gründer, und man sieht ihm an, dass er sich mit seinem Unternehmen am Ort wohlfühlt.

Die Technik, dreidimensionale Objekte Schicht für Schicht aus Kunststoff und Metall aufzubauen, ist ausgereift, entsprechende Drucker zu erschwinglichen Preisen am Markt verfügbar. Aufwändig und damit teuer ist hingegen die Konstruktion: Jedes zu druckende Objekt muss zuvor detailliert am Computer designt werden. Und hier setzt die innovative Idee von Reichle und seinen Partnern an: „Wir konstruieren 3D-Designsmit Algorithmik. Für Bauteile müssen nur bestimmte Inputs / Parameter angegeben werden, den Rest macht die Software quasi in Echtzeit. Auch eine Anpassung / Customization lässt sich im Handumdrehen, egal wie komplex vornehmen“.

Ein ideales Anwendungsbeispiel für den 3D-Druck ist die optimale Anpassung von Gegenständen auf den menschlichen Körper, eine maßgefertigte Laufschuhsohle etwa oder medizinische Hilfsmittel oder Prothesen. Ein auf den ersten Blick weniger naheliegender Usecase sind persönliche Werkzeuge. Florian Reichle zeigt eine Putzkelle mit 3d-gedrucktem Griff und erklärt: “Die liegt dem Menschen, für den sie gemacht wurde, in diesem Fall ein Linkshänder, nicht nur angenehmerer in der Hand. Der individuelle Griff mindert bei Handwerkern auch den körperlichen Verschleiß und beugt so chronischen Schmerzen und hohen Gesundheitskosten vor.“

 

Einen Markt für individuelle 3D-Gegenstände gibt es schon heute ­ und er wächst stark: Reichle beziffert den weltweiten Umsatz in diesem Bereich auf 10 bis 15Milliarden Euro, Tendenz stark steigend: „Dieser Markt verdoppelt sich schon heute alle zwei bis drei Jahre, und nimmt dabei weiter an Fahrt auf.“ Das bedeutet hohes Wachstumspotenzial für trinckle 3D ­ und das in Zeiten, in denen landauf landab von Fachkräftemangel zu hören ist. „Natürlich stehen wir in einem Wettbewerb um die besten Köpfe, und das in unmittelbarer Nachbarschaft von Berlin“, stellt Florian Reichle fest. Aus der Hauptstadt kommen viele seiner Mitarbeiter, der S-Bahn Anschluss macht es einfach möglich. Und einige dieser Berliner Pendler sind bereits der Hektik der Metropole entflohen und haben sich ganz in der Region niedergelassen. „Es ist ja auch wirklich schön hier und ich denke, dass man bei uns auch ganz angenehm arbeiten kann. Eines ist für uns als Unternehmen mit internationaler Belegschaft und Kunden in aller Welt wichtig. Neben guten wirtschaftlichen und infrastrukturellen Standortbedingungen ist ein buntes und weltoffenes Umfeld von entscheidender Bedeutung.“