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Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Schöner Schalten. In hunderten von Farben.

Lichtschalter und Steckdosen in fast jedem denkbaren Farbton – darauf haben sich die Unternehmerin Ursula Rohde und ihr Mann Andreas Rohde aus Potsdam spezialisiert. 

Beim Gebrauch von Lichtschaltern und Steckdosen kommt es für die meisten Menschen auf Sicherheit und Funktionalität an. Aber es geht auch anders: Designer-Modelle können echte Blickfänger sein und perfekt farblich mit der Inneneinrichtung verschmelzen – wie Möbelstücke. Solche Produkte bietet die Potsdamer Firma Rohde+Rohde an. „Unsere Lichtschalter und Steckdosen heben sich in Funktionalität und Gestaltung von anderen Herstellern ab. Kunden können zwischen 43 Standardfarben und weiteren hunderten Sonderfarben wählen“, erzählt Geschäftsführerin Ursula Rohde. 

Sie hat die Firma gemeinsam mit ihrem Mann Winifred-Andreas Rohde aufgebaut. Ursprünglich arbeiteten beide in völlig anderen Berufen: Er ist gelernter Datenverarbeitungskaufmann. Sie studierte Modedesign, arbeite als Stylistin und später als Kunst- und Dekorationsmalerin. Als sie sich kennenlernten, beschlossen sie zusammen zu arbeiten und gründeten später eine Firma für Dekorationsmalerei in Nordrhein-Westfalen. Nach der Geburt ihres Kindes wurden Auslandsaufträge schwer realisierbar. Deshalb entschieden sie sich für einen Neuanfang im Raum Potsdam. Und hier rückte plötzlich das Thema Lichtschalter in den Fokus: „Wir wünschten uns für unser älteres Haus Lichtschalter aus Messing. In Deutschland fanden wir keine, die unseren Ansprüchen gerecht wurden, aber schließlich in England“, erzählt Ursula Rohde. 

Vorreiter im Online-Steckdosengeschäft

Da hatte Winifred-Andreas Rohde eine Idee: die Gründung eines Online-Shops für hochwertige Lichtschalter von Herstellern aus dem EU-Ausland. Im Jahr 2010 ging die Webseite design-lichtschalter.com online. Der Shop florierte, Steckdosen wurden ins Angebot aufgenommen. „In Deutschland waren wir die ersten, die im Internet komplette Lichtschalter- und Steckdosensets verkauften. Bislang musste man sich selber alles aus Einzelteilen zusammenstellen, was eine Einarbeitung in die Materie voraussetzt. Im persönlichen Kundenkontakt merkte das Gründerpaar, dass immer wieder gestalterische und technische Lösungen gewünscht wurden, die aber nicht erhältlich waren. 

Die Suche nach dem perfekten Material

Wieder war der Erfindergeist von Andreas Rohde geweckt: Im Jahr 2012 schlug er seiner Frau vor, Lichtschalter und Steckdosen mit selbst designten Rahmen und Abdeckungen zu verkaufen. Sie erinnert sich noch gut an den Beginn der Produktentwicklung: „Die Kunst war, existierende Komponenten wie Steckdoseneinsätze und Sensoren mit neuen, selbstgebauten Teilen zu verbinden.“ Besonders herausfordernd war die Entscheidung für das Material: „Erst dachten wir an Echtglas, aber leider ist das sehr bruchempfindlich. Schließlich entdeckten wir einen kratzfesten, UV-beständigen Kunststoff, der elfmal bruchfester ist als Glas, aber wie Kristallglas aussieht“, erzählt die Designerin. Im Frühling 2016 – nach vier Jahren Recherche, Entwicklung und Ringen um die Zertifizierungen und den Designschutz – konnten die Rohdes mit der Produktion starten. Sie gründeten die Firma Rohde+Rhode. Aktuell gibt es im Shop 30.000 Produkte. Die hohe Zahl ergibt sich durch die Vielfalt der Produktserien und Farben. 

Am Firmensitz in der Potsdamer David-Gilly-Strasse arbeitet das kleine Team nach einem ausgeklügelten System: Andreas Rohde ist unter anderem für die Produktneuentwicklung und die technische Kundenberatung zuständig. Ursula Rohde berät zu den Produktserien und Farben: „Häufig bekommen wir Muster von Tapeten und Fußleisten geschickt. Ich prüfe daraufhin, welche Farbtöne ideal dazu passen, und schicke Fotos und Farbfächer zurück.“ Nach Eingang des Kundenauftrags werden die Frontblenden und Rahmen im gewählten Farbton von Hand „hinterglas-lackiert“.  Zur Auswahl stehen Farbtöne, die es auch als Wandfarbe gibt: „Denn wenn Lichtschalter und Steckdosen den gleichen Farbton wie die umgebende Wandfläche haben, ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild.“ Rohde+Rohde verwendet vornehmlich die Originalfarben der Hersteller Farrow & Ball, Anna von Mangoldt sowie Farben aus dem RAL-System. 

„Free Touch“-Schalter und Eichenholz

Die Bestseller sind „unsichtbare“ Steckdosen, bei denen die Stromanschlüsse komplett hinter vollflächigen Abdeckungen verschwinden. Ist die Steckdose nicht in Verwendung, sieht man lediglich eine puristische, ebene Fläche. Die Frontblenden halten durch besonders kräftige Magnete und können variabel am Steckdosenrand „geparkt“ werden. 

Gefragt sind auch „Free Touch“-Schalter, die ohne Berührung funktionieren. Es genügt die Hand kontaktlos davor zu halten. In Kürze werden auch Produkte mit farbig lackiertem Eichenholz in Seidenmatt erhältlich sein. Diese Idee hatte diesmal Ursula Rohde: „Mir lag es am Herzen, auch mit einem Naturmaterial zu arbeiten, deshalb habe ich mich für das Eichenholz stark gemacht.“ Mit den Eichenserien wird der Shop auf 50.000 verschiedene Produkte anwachsen. Man darf gespannt sein, welche Innovationen noch folgen werden.

Ursula Rohde hat die Firma Rohde und Rohde gemeinsam mit ihrem Mann aufgebaut. 

„Steckdosen sollten zwar schick sein und das Auge erfreuen, aber sich in der Einrichtung zurücknehmen“, sagt Ursula Rohde. 

Keine Maschinen: Im Atelier werden die Farben per Hand auf die kleinen Flächen aufgetragen.

Ein Lichtschalter in Altrosa? Kein Problem, denn die Kunden können zwischen den Originalfarben von mehreren Farbmanufakturen wählen.

Geschäftsführer Andreas Rohde berät Kunden am Potsdamer Firmenstandort.