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Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Vom Feld ins Fass in die Flasche ins Glas

Der Champagnerroggen wiegt sich im Wind. Michael Schultz blickt über sein Feld. Mit dem Getreide hat er großes vor.

Champagner lässt sich aus der alten Getreidesorte, die ihren Namen der Region in Nordfrankreich verdankt, nicht gewinnen. Aber Schultzens Ernte wird zu einem anderen wohlschmeckenden Getränk: Seit 2005 destilliert der 47-Jährige in seinem Betrieb unweit von Glindow (Stadt Werder) Whisky. „Damals konnte ich nicht wissen, ob ich den überhaupt würde verkaufen können“, erinnert er sich, „aber als vor einigen Jahren der Trend zu hochwertigen handgemachten Lebens- und Genussmitteln aufkam, war ich schon da.“

Neben höchster Qualität ist die Regionalität für Master-Destiller Schultz von zentraler Bedeutung. Das zeigt sich schon im Namen seiner flüssigen Delikatesse: „Glina-Whisky“ geht auf das slawische Wort für tonhaltigen Lehmboden zurück, dem auch der Ort Glindow seinen Namen verdankt. Für seine Produktion verwendet Schultz ausschließlich eigene Rohstoffe. Am Anfang unterscheidet sich die Whiskyherstellung nicht wesentlich vom Bierbrauen: Das geschrotete Getreide – Roggen oder gemalzte Gerste – wird mit heißem Wasser vermischt, der Fachmann nennt diesen Vorgang „Einmaischen“. Dadurch spaltet sich die Stärke des Getreides in verschiedene Zucker auf. Hefekulturen wandeln diese dann im nächsten Schritt, der Gärung, in Alkohol um. Dann wird es hochprozentig: Im Brennvorgang wird der Alkohol dreifach destilliert, anschließend auf gut 60 Prozent verdünnt und in Fässer gefüllt. Nun kommt eine der wichtigsten Zutaten zum Einsatz: die Zeit. Mindestens drei Jahre und einen Tag muss die edle Flüssigkeit nun reifen, um die ehrenvolle Bezeichnung „Whisky“ zu erhalten – und bei Schultz bekommt das edle Getränk deutlich mehr Zeit. „Eines ist klar“,sagt Schultz schmunzelnd, „das schnelle Geld ist mit Whisky nicht zu machen. Bei uns liegt die Kraft in der Ruhe.“

In den Jahren verleihen die Holzfässer, die früher edle Rotweine, Port oder Sherry enthielten, dem ursprünglich glasklaren Destillat Farbe und vor allem weitere Aromen. „Ich dürfte nach dem Lebensmittelrecht bei der Farbe mit Zuckercouleur nachhelfen, aber so etwas kommt mir nicht in meinen Whisky“, erklärt Schultz. Wenn er mit seinem Whisky zufrieden ist, wird dieser auf Trinkstärke verdünnt. „Gutes Wasser ist elementar für guten Whisky. Wir fördern unseres aus der hofeigenen Elisabethquelle, die in einer mehr als achtzig Meter tiefen Sedimentschicht fließt. Erst unser Wasser gibt dem Glina-Whisky seinen eigenständigen Charakter.“ Und den wissen immer mehr Kenner zu schätzen: In den Feinkostabteilungen der großen Berliner Kaufhäuser ist der Glina-Whisky ebenso zu finden wie in Fachgeschäften in der Region.

Doch am besten stattet man natürlich dem Master-Destiller einen persönlichen Besuch ab. Das ist sogar ausdrücklich erwünscht: Seine moderne Produktionsanlage hat Michael Schultz bewusst so bauen lassen, dass er darin interessierten Gästen bei einem Rundgang den Weg vom Getreide bis hin zur hochprozentigen Köstlichkeit erklären kann. Hinterher gilt es für die Besucher natürlich, das Erlernte bei einer Verkostung zu erschmecken und den Brandenburger Whisky für späteren Genuss im liebevoll gestalteten Hofladen zu kaufen. Und wem das noch nicht Whiskyerlebnis genug ist, für den gibt es noch ein besonderes Angebot: Regelmäßig gibt es stimmungsvolle Whiskyabende auf dem Hof. „Neben Führungen durch die Brennerei und exklusiven Verkostungen gibt es dann ein leckeres Vier-Gänge-Menü – natürlich kommen auch da die Zutaten aus eigener Produktion und von Betrieben aus der Nachbarschaft. Dazu noch eine Irish-Folk-Band, das ist immer eine runde Sache“, sagt Schultz. Und das finden die Whiskyfreunde von nah und fern auch. Die Whiskyabende sind in der Regel sehr frühzeitig ausverkauft.

Alle Infos über die Abende, den Glina-Whisky und einen Online-Shop gibt es im Netz unter unter glina-whisky.de