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Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

„Besonders der ländliche Raum steht vor Herausforderungen“

Wenn es um Zukunftsthemen geht, ist Marco Albrecht der richtige Ansprechpartner. Seit zehn Jahren ist der der Referent für Technologie und Innovation bei der IHK Potsdam Ansprechpartner für Unternehmen, die sich verändern wollen. Für den studierten Wirtschaftsinformatiker ist klar: Der vielbeschworene Wandel zur „Wirtschaft 4.0“ ist in vollem Gange. Unternehmen brauchen kompetente Berater.

Herr Albrecht, Innovationen sind allen Unternehmen wichtig. Inwieweit gilt das für Firmen der Region?

Die Wirtschaftsstruktur in Brandenburg ist eher kleinteiliger Natur. Etwa 90 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen haben bis zu zehn Beschäftige und stehen aufgrund ihrer Größe vor besonderen Herausforderungen. Unabhängig von der Branche ist jedoch jede Firma gut beraten, sich eingehend mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen und Handlungsoptionen zu prüfen. Die Palette reicht dabei von Online-Marketing und –vertrieb über Prozessanpassung, der Einführung von digitalen Lösungen bis zur Qualifizierung der Belegschaft. Mit den Anforderungen, die der digitale Wandel stellt, ergeben sich viele, sehr unterschiedliche Fragen.

„Mit den Anforderungen, die die Industrie 4.0 stellt, ergeben sich viele offene Fragen.“

Die wären zum Beispiel?

Je digitaler ein Unternehmen unterwegs ist, desto stärker müssen sich die Chefs mit dem Thema Sicherheit im Netz auseinandersetzen. Medienwirksame Vorfälle wie etwa der Trojaner „WannaCry“, der vor einigen Monaten die Anzeigetafeln der Deutschen Bahn lahmlegte, verunsichern kleine und mittelgroße Unternehmen zusehends. Unsere Aufgabe besteht darin, die Firmen auf dem Weg ins digitale Zeitalter zu begleiten, ihnen Know-how und praktische Hinweise an die Hand zu geben. Dazu bietet die IHK Potsdam bspw. Vorträge und Schulungen an. Unser Credo lautet: sensibilisieren, informieren, motivieren.

Haben Innovationen denn zwingend etwas mit Digitalisierung zu tun?

Der Digitalbereich ist definitiv Innovationstreiber Nummer eins. Aber auch bei erneuerbaren Energien gibt es Veränderungspotenzial und daher zunehmend Informationsbedarf, auch weil die Fülle der Möglichkeiten enorm ist. Als Kammer werden wir uns natürlich immer neutral und unabhängig verhalten und werden keine Dienstleister in den Fokus stellen. Wir können allerdings den Ratsuchenden eine erste Richtung vorgeben und Grundwissen zum Thema vermitteln. Wer zum Beispiel einen IT-Dienstleister für ein bestimmtes Vorhaben sucht, kann beim IT-Guide Brandenburg recherchieren und potentiell geeignete Umsetzungspartner kontaktieren.

Wie läuft ein digitaler Veränderungsprozess ab?

Ein Beispiel: Ein Baumaschinenhersteller wollte mit Ziel der Emissions- und Lärmreduzierung einen Teil seiner Gerätschaften elektrifizieren. Der Geschäftsführer hatte zwar eine ungefähre Idee, wusste aber nicht, wie und mit wem als Partner genau er sie umsetzen sollte. Wir haben ihn u.a. mit einer entsprechend spezialisierten Hochschule in Brandenburg vernetzt. Kontakte herstellen ist das Fundament unserer Transferarbeit. Zu diesem Zweck organisieren wir unter anderem die Veranstaltungsreihe „Potsdam innovativ“, das IHK-Technologieforum, den PerspektivWechsel und die Potsdamer Forschungsgespräche, bei denen sich Institute der Region wie das Hasso-Plattner-Institut oder Forschungseinrichtungen aus der Fraunhofer-Gesellschaft vorstellen. Dazu werden IHK-Unternehmen eingeladen, damit sie Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit finden können.

„Kontakte herstellen ist das Fundament unserer Arbeit.“

Unternehmen finden sicherlich einige Möglichkeiten, Neues anzustoßen. Doch woher kommt das Geld dafür?

Gemeinsam mit Partnern berät die IHK Potsdam interessierte Unternehmen bei der Auswahl möglicher Fördertöpfe individuell und kostenfrei. Generell verstehen sich die Kammern als Begleiter in allen unternehmerischen Lebenslagen – von der Existenzgründung über die Sicherungs- und Wachstumsphase bis hin zu Krisen und Unternehmensnachfolge. Im Innovationskontext hat sich auf Bundesebene das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) bewährt und auf Landesebene die sogenannten „Innovationsgutscheine“, wie auch die Förderrichtlinie „Brandenburger Innovationsfachkräfte“. Einen guten Einstieg in die Materie bietet die Förderfibel, die als Download verfügbar ist.