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Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Hightech made in Potsdam

Nicht nur Berlin gibt jungen Unternehmern Starthilfe. Auch in Potsdam können Gründer aus dem Vollen schöpfen: Das Innovationszentrum Go:In im Technologiepark Golm bietet hochausgestattete Labore für Naturwissenschaftler.

Grüne Wälder, gelbe Weizenäcker und unendliche Weite: Auf den ersten Blick sieht der Technologiepark Potsdam-Golm so gar nicht technisch aus. Doch das täuscht. Inmitten der Wiesen steht ein graues, containerartiges Gebäude, in dem junge Unternehmer an einzigartigen Technologien forschen. Willkommen bei Go:In, dem Innovationszentrum für Naturwissenschaftler.

„Für Forscher ist Potsdam-Golm ein Eldorado.“
Auf dem Flachdach des Innovationszentrums

Auf dem Flachdach wimmelt es vor verzweigten Rohrsystemen und Schächten. Dr. Udo Rettweiler, Geschäftsführer von Go:In, steigt mit Anzug und Krawatte zwischen den Lüftungsaggregaten umher und staunt über den Ausblick. Er kommt nicht oft hier hoch, meistens sitzt er am Schreibtisch und steuert den Tagesbetrieb des Zentrums. „Links liegen die Max-Planck- und Fraunhofer-Institute, rechts die Universität Potsdam“, sagt der Geschäftsführer. „Für Forscher ist Potsdam-Golm ein Eldorado.“

„Für Forscher ist Potsdam-Golm ein Eldorado." – Dr. Udo Rettweiler, Geschäftsführer von Go:In

In diesem Jahr feiert Go:In zehnjähriges Jubiläum. Das Innovationszentrum ist Teil der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Potsdam und des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Neben Potsdam-Golm gibt es auch in Teltow ein ähnliches Zentrum. Während dort vor allem Dienstleister und Produktionsfirmen ihre ersten Schritte wagen, sind im Technologiepark Golm Physiker, Chemiker und Biologen zuhause. Auf 3500 Quadratmetern stehen ihnen neben Büroflächen auch bestens ausgerüstete Labore zur Verfügung.

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Euro pro Quadratmeter kostet die Miete für Büroflächen bei Go:In. Bei Laboren werden 14 Euro pro Quadratmeter fällig, dazu kommen die Nebenkosten. Denn Technologie kostet Geld: Jedes Labor genügt hochmodernen Standards und ist komplett eingerichtet.

Geschäftsführer Rettweiler steuert den Tagesbetrieb von Teltow standortübergreifend. Einen Tag die Woche ist er bei Go:In. Anders geht es im Moment nicht: „Hier ist noch nicht mal mehr Platz für einen Schreibtisch. Wir haben rund 15 Mieter und sind voll bis unters Dach. Viele Anfragen sind noch offen.“ Also entschied die Landeshauptstadt Potsdam, ein zweites Go:In direkt gegenüber zu bauen. Noch ist dort Acker. Bis Jahresende sollen aber zumindest die Grundmauern des neuen Innovation-Hubs stehen.

Rettweiler steuert den Tagesbetrieb von Teltow standortübergreifend

Go:In ist bei Gründern beliebt: Die Labore sind nach neuestem Standard eingerichtet, die Anbindung zu Berlin ist gut. Wer Hauptstadtluft schnuppern will, ist in 30 Minuten mit dem Zug da, der Bahnhof ist direkt vor der Haustür. Viel wichtiger als die Anbindung ist aber die Ausrüstung der Labore: Firmen, die sich bei Go:In einmieten, forschen zum Beispiel im Bereich der Spektroskopie, führen chemische Analysen durch oder entwickeln Biotechnologien. Das besondere an den Laboren ist deren Zulassung als sogenanntes „S2 Labor“ nach der Laborrichtlinie: „Damit ist eine Gefährdung von Umwelt und Mitarbeitern ausgeschlossen. Dafür sorgt zum Beispiel ein Abzug, der die Luft bis zu acht Mal pro Stunde komplett austauscht“, erklärt Rettweiler.

Das Motto von Go:In: „Von der Idee bis zur Expansion.“

Neben der Ausstattung profitieren die Mieter auch vom Netzwerk des Zentrums. „Da wir zur Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Potsdam und des Landkreises Potsdam-Mittelmark gehören, können angehende Unternehmer auf das Beraternetzwerk beider Institutionen zurückgreifen“, erklärt Rettweiler. Der Bedarf hängt vom Einzelfall ab: Manche Gründer kommen nur mit einer groben Idee zu Go:In, andere haben bereits einen ausgefeilten Business-Plan. Für alle gibt es hier Platz, sagt Rettweiler: „Unser Motto lautet: Von der Idee bis zur Expansion.“

Bis zu acht Jahre dürfen die Jungunternehmen bei Go:In bleiben. Dann heißt es auf eigenen Füßen stehen. Also: expandieren oder die eigene Entwicklung verkaufen. Wie es gehen kann, zeigt das Beispiel der Firma SMI: Die ehemaligen Mieter am Standort Teltow haben eine Technologie entwickelt, die Augenbewegungen verfolgt und daraus Konsumentenverhalten ableitet. Vor kurzem haben sie die Entwicklung für einen unbekannten Preis an Apple verkauft.