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Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Eine runde Sache

Einfach mal eine Auszeit nehmen, ohne weit zu reisen – ein Besuch auf einer kleinen Insel, der ein E fehlt.

Am Anfang steht die Bratpfanne. Genauer gesagt: Sie hängt, rotlackiert und ziemlich verbeult am Fähranleger am Rande des Städtchens Kyritz in der Prignitz. Und die Pfanne hängt nicht allein: Unter ihr baumelt ein solider Schlosserhammer. Und wenn der Besucher von beiden Utensilien Gebrauch macht, dann kommt schon bald nach den lauten Schlägen DONG DONG DONG, die Fähre angetuckert, um den Gast auf die „Insl“ überzusetzen.

Die Insl ist ein kleines kreisrundes Eiland im Untersee. Sie hat etwa die Größe von zwei Fußballfeldern, ihr fehlt ein „e“ im Namen, aber sonst hat sie alles, was Erholungssuchende für ein paar Stunden brauchen: Alte Bäume spenden Schatten, der See lädt zu einem erfrischenden Bad ein und das Ganze ist umgeben von einer geradezu paradiesischen Stille – die Fähre ist das einzige Wasserfahrzeug auf dem See, das mit einen Verbrennungsmotor fahren darf.

Inslwirtin seit 2014

Doch so schön Ruhe und Beschaulichkeit auch sein mögen, satt wird man davon nicht. Und da kommt Rosmarie Köckenberger ins Spiel, sie ist die Insel … pardon, Inslwirtin. Sie steht in einer langen Tradition. Schon zu Kaisers Zeiten gab es auf der Insel einen Bierausschank für durstige Angler. Daraus entwickelte sich rasch ein vollwertiger Gastronomiebetrieb. Wirte kamen und gingen – nach der Grundsanierung des alten Hauses im Jahre 2006 gar im Jahresrhythmus. Erst mit der jetzigen Wirtin stellte sich Kontinuität ein. 2014 übernahm sie, zunächst mit Freunden, Haus und Insel. Heute bewirtschaften sie und ihr Ehemann das Gasthaus zusammen. Während Sebastian Köckenberger sich eher im Hintergrund hält, in der Küche wirbelt und sich um Haus und Hof kümmert, widmet sich Rosmarie vor allem den Gästen. Rückblickend stellt die 37-Jährige fest: „Sicherlich war nicht immer alles einfach und wir mussten eine ganze Menge lernen. Aber wir hatten immer einen starken Partner in der Landeshauptstadt. Die IHK Potsdam hat uns immer gut beraten und begleitet.“

Tradition und Moderne in der Küche

Dass Rosmarie Köckenberger einmal in der beschaulichen Prignitz landen würde, war ihr nicht in die Wiege gelegt. Geboren und aufgewachsen ist sie in Berlin, genauer gesagt in der Urbanstraße in Kreuzberg – also dort, wo die Metropole besonders laut und hektisch ist. Aber auf die Frage, ob sie sich nicht manchmal nach etwas mehr Action sehne, deutet sie nur entspannt lächelnd über See und Wald: „Was sollte ich hier vermissen?“ Und einiges, was die Großstadt zu bieten hat, hat sie einfach mitgenommen: Haus und Umgebung glänzen in hip-instagrammiger Optik und die Karte mit trendigen Getränken, Burgern und frischen Snacks aus regionalen Produkten könnte sich auch in urbanen Szenekiezen sehen lassen.

Hundertmal der Bund fürs Leben

So ist es kein Wunder, dass die Insl – eine Autostunde von Berlin-Mitte entfernt – viele gestresste Großstädter anzieht. Doch auch Gäste aus der näheren Umgebung kommen gerne, und sie kommen auch kulinarisch auf ihre Kosten. Auf vielfachen Wunsch nahmen die Wirtsleute in ihrer zweiten Saison das Traditionsgericht des Hauses wieder auf die Speisekarte: Aal in Aspik mit Bratkartoffeln. Weniger deftige Kost kommt in der Regel auf den Tisch, wenn auf der Insl geheiratet wird. Und das kommt in der warmen Jahreszeit an fast jedem Wochenende vor, inzwischen kommt bei Bedarf sogar die Standesbeamtin auf das wirtliche Eiland. „Ich habe mal nachgezählt“, strahlt die Inslwirtin, „Ende 2018 werden wir hier genau 100 Hochzeiten gefeiert haben, darunter auch unsere eigene“.

Alle Infos zur Genussinsel in der Prignitz finden Sie im Netz unter www.insl.de.