Mach deine zündende Idee wahr.

Wir unterstützen dich bei der Gründung deines Unternehmens.

„Das Gründerklima ist sehr gut“

Wer sich heute selbstständig macht, kann aus einer Vielzahl von Finanzierungsmöglichkeiten und Informationen schöpfen. Umso wichtiger ist eine kompetente Beratung, sagt Barbara Nitsche, Leiterin des Fachbereichs Existenzgründung & Unternehmensförderung bei der IHK Potsdam.

Frau Nitsche, was sind aus Ihrer Sicht die elementaren Schritte bei der Existenzgründung?

Barbara Nitsche, IHK Potsdam
Barbara Nitsche, IHK Potsdam

Am Anfang steht immer die Frage: Warum ist genau meine Idee erfolgversprechend? Um das zu beantworten, müssen angehende Unternehmer das Marktumfeld analysieren und das Alleinstellungsmerkmal ihrer Idee herausarbeiten. Die Ergebnisse halten sie dann im Business-Plan fest. Dazu kommen formale Dinge, wie zum Beispiel die geeignete Rechtsform sowie die Finanzierung. Bereits zu Beginn stehen für Gründer wichtige strategische Entscheidungen an: Sind sie Einzelkämpfer oder brauchen sie Personal? Welche Qualifikationen bringen sie mit, wobei brauchen sie Hilfe? Wollen sie eine Firma neu gründen oder eine bestehende übernehmen?

Das ist eine lange Liste. Schreckt das nicht ab?

Wer gründet, tut das in der Regel aus Überzeugung und Motivation. Der angehende Unternehmer wünscht sich eine eigenverantwortliche Tätigkeit und glaubt an seine Idee. Außerdem gibt es an vielen Stellen Hilfe, die Hürden der Existenzgründung zu überwinden. Dennoch muss jedem klar sein: Eine Firma zu gründen ist anstrengend und verlangt viel ab.

„Eine Firma zu gründen ist anstrengend und verlangt viel ab.“

Ist es einfacher, eine bestehende Firma zu übernehmen als bei null anzufangen?

Das kann man so nicht sagen. Natürlich spart man sich Formalitäten. Aber es lauern genug versteckte Hürden. Oftmals fällt es dem Verkäufer schwer, seinen Betrieb jemand anderem zu überlassen. Um den Übergang für beide Seiten reibungslos zu gestalten, begleiten wir solche Übergaben eng. Allerdings stammen die meisten Anfragen, die uns erreichen, von klassischen Neugründern.

Wie hilft Ihr Fachbereich diesen Gründern weiter?

In den Regional-Centern und im Haupthaus in Potsdam gibt es zahlreiche Experten, die angehende Unternehmer beraten. Sie geben Empfehlungen, vermitteln Kontakte und bieten Seminare an. Wir haben auch ein sogenanntes Gründerpäckchen geschnürt, mit Checklisten und unserer Förderfibel, die alle Finanzierungsmöglichkeiten auflistet. Auch wenn Gründer noch nicht wissen, ob sie einmal IHK Mitglied werden sind sie herzlich willkommen.

„Unsere Experten in den Regional-Centern geben Empfehlungen, vermitteln Kontakte und bieten Seminare an.“

Apropos Finanzierung: Wie viel Geld sollten Gründer eigentlich auf der hohen Kante haben?

Eigenkapital ist eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung, aber es ist nicht zwingend notwendig. Mittlerweile gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, die Selbstständigkeit zu finanzieren. Etwa Bürgschaften ohne Bank, Mikrokredite oder Zuschüsse von Förderbanken. Eine Existenzgründung scheitert nur selten an Finanzierungsproblemen. Man muss sich einfach gut beraten lassen und schauen, was für die eigene Idee das perfekte Finanzierungsinstrument ist.

Wenn es nicht das Geld ist: Vor welchen Herausforderungen stehen Gründer dann?

Das sind zum einen der Wettbewerb und die Bürokratie, beides gab es schon immer. Heute ist es zudem weitaus schwieriger, gutes Personal zu finden, das ins Team passt. Dazu kommen die Themen Internationalisierung und Digitalisierung: Die Anforderungen in diesen Bereichen sind inzwischen viel prominenter und komplexer.

Ist es also schwieriger zu gründen als früher?

Nicht unbedingt. Es gibt vielmehr einige positive Entwicklungen: Das Gründungsklima ist derzeit sehr gut. Gründer haben auch mal die Chance, zu scheitern und ein Risiko einzugehen. Und es gibt heute Möglichkeiten wie das Crowdfunding, mit dem man sich nicht nur die Finanzierung sichert, sondern gleich auch das Produkt am Markt testen kann.