Mach weiter.

Knüpfe an den Erfolg deiner Vorgänger an und sei die neue Generation in Brandenburger Unternehmen.

Macher und Märkte
* ein Podcast der IHK Potsdam

Expedition ins Ungewisse

Als Ulrich Erxleben den B2B-Buchhaltungsservice Smacc gründete, war das ein Sprung ins kalte Wasser. Doch es hat sich gelohnt: Smacc hat sich nicht nur hierzulande als Softwareanbieter für automatisierte Buchhaltung und Finanzprozesse etabliert – Erxleben will nun sogar ins Ausland gehen. Wie ist er so weit gekommen? Ein Protokoll.

Winter 2013

Ulrich Erxleben, Gründer des B2B-Buchhaltungsservices Smacc

Unternehmergeist hat Ulrich Erxleben schon immer gehabt. Nach seinem Studium an der Universität St. Gallen fängt er als Berater bei McKinsey an. Doch so richtig erfüllt ihn das nicht: „Ich wollte unternehmerisch tätig sein und nicht nur beraten“, sagt Erxleben. Also beginnt er beim Berliner Tech-Konzern Rocket Internet als Managing Director. Von dort geht es zum Pro7Sat1-Inkubator Epic Companies. Im Sommer 2014 weiß er, dass es für ihn dort nicht ewig weitergehen wird. Er wollte sowieso etwas Eigenes machen – und ergreift die Gelegenheit beim Schopf.

 

Sommer 2014

Als Erxleben Epic im Sommer 2014 verlässt, nimmt er sich einige Monate Zeit, um eine Geschäftsidee zu entwickeln. Dabei hilft ihm sein ehemaliger Kommilitone Janosch Novak. „Wir haben nach einer Geschäftsidee gesucht, mit deren Produkt wir uns inhaltlich gut auskennen. Und: Es sollte ein Technologiethema für den B2B-Bereich sein“, sagt Erxleben. Aus zahlreichen Brainstorming-Sessions entsteht letztendlich die Idee zu Smacc (siehe Kasten).

Frühjahr 2015

Die Vorbereitungen für den Business-Plan laufen auf Hochtouren. Um das Marktpotenzial ihrer Idee zu testen, sprechen Erxleben und Novak mit Playern der Start-up-Szene, aber auch traditionellen Unternehmen. Schnell ist klar: Der Bedarf nach automatisierten Finanzprozessen ist vorhanden. Im Frühjahr 2015 beginnt das junge Unternehmen mit der Arbeit. Am Anfang suchen Erxleben und sein Partner technische Unterstützung: In ihrem Netzwerk treffen sie auf Stefan Korsch. Gemeinsam erarbeiten die drei Gründer ein Konzept. Innerhalb von ein paar Wochen steht der Business-Plan.

Unternehmergeist hat Ulrich Erxleben schon immer gehabt.

Sommer 2015

Es ist schnell klar, dass die Gründer fremdes Geld brauchen. Die Entwicklung der Software ist teuer und aufwendig. Das können sie nicht aus eigenen Mitteln finanzieren. Das Eigenkapital reicht allerdings aus, um einen ersten Prototypen zu bauen: Das dauert zwar etliche Monate und braucht das komplette Geld der Gründer  auf, aber irgendwann haben sie etwas, das sie vorzeigen können.

 

Winter 2015

Die erste Finanzierungsrunde ist geschafft: Smacc hat insgesamt 750.000 Euro eingesammelt, Erxleben stellt davon die ersten zehn Mitarbeiter ein. Er weiß allerdings, dass ihn das Geld nicht bis in die Gewinnzone tragen wird. Er braucht weitere Finanzmittel. Um Geldgeber von ihrem Produkt zu überzeugen, bauen sich die Gründer einen breiten Kundenstamm auf. In einer zweiten Finanzierungsrunde sammeln sie schließlich 3,5 Millionen Euro ein.

Herbst 2017

Heute blickt Erxleben zufrieden zurück: „Wir haben hunderte Kunden, vor allem kleine Mittelständler.“ Gerade sucht er nach Entwicklern, die das Produkt immer weiter verbessern. Und nach neuem Geld: „Wir planen für nächstes Jahr eine Wachstumsfinanzierungsrunde, um über Deutschland hinaus zu expandieren.“

Über Smacc:

Die Software automatisiert nicht nur die Buchhaltung, sondern das gesamte Finanzwesen von Unternehmen. Das heißt: Smacc erfasst und verarbeitet Eingangsrechnungen, verknüpft die ausgelesenen Daten mit dazugehörigen Kostenstellen und entwickelt Zahlungslisten. Dafür greift Smacc auf künstliche Intelligenz zurück, rund 20 Finanzbuchhalter kontrollieren die Algorithmen.