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„Begeisterung zählt mehr als Noten“

Doreen Carus, Kauffrau und Ausbildungsleiterin bei Bär & Ollenroth Haustechnik, hat selbst vor sieben Jahren ihre Ausbildung bei dem Großhandelsunternehmen am Standort Potsdam absolviert. Heute hilft sie dem Nachwuchs beim Start ins Berufsleben.

Frau Carus, wie haben sich die Anforderungen an junge Leute verändert?

Auf den ersten Blick erwarten wir immer noch das Gleiche von unseren Auszubildenden, denn die Berufsbilder haben sich seit Jahrzehnten kaum geändert. Wir bilden Kaufleute, Berufskraftfahrer und Lagerlogistiker aus. Ich betreue derzeit 18 Azubis in unseren Häusern in Potsdam, Groß Machnow und Brandenburg an der Havel. Und ich muss sagen: Auf sie wirken viel mehr Medien ein als noch bei meiner Ausbildung. Bis vor einigen Jahren kamen unsere Kunden vor allem persönlich vorbei. Heute läuft das meiste über Email oder Bestellungen im Onlineshop. Da ist es gerade für Berufsanfänger nicht leicht, den Überblick zu behalten.

Schulabgänger müssen ja auch erst ins Berufsleben reinwachsen.

Das stimmt. Ich merke oft, dass es den Azubis schwer fällt, während der Arbeitszeit nicht aufs Handy zu schauen. Es ist natürlich ein No-Go, bei Kundengesprächen das Smartphone zu benutzen. Das müssen wir den Jugendlichen aber erst beibringen.

Welche Eigenschaften überzeugen Sie von einem Bewerber?

Für uns sind Einserschüler gar nicht so wichtig. Es kommt vor allem auf die inneren Werte an: Begeistert sich der künftige Azubi für seine Arbeit? Ist er teamfähig? Wie geht er mit Stress um? All das versuchen wir in einer Gesprächsrunde herauszufinden, an der mehrere Bewerber teilnehmen. Wir stellen auch kleine Aufgaben und testen so Vorstellungsvermögen und Rhetorik.

„Für uns sind Einserschüler gar nicht so wichtig. Es kommt vor allem auf die inneren Werte an.“

Wie viele Bewerbungen gehen bei Ihnen monatlich ein?

Die Bewerberzahl ist in den vergangenen Jahren drastisch gesunken. Noch vor drei Jahren hatten wir doppelt so viele Interessenten wie offene Stellen. Mehr Jugendliche machen Abitur oder besuchen nach der mittleren Reife weiterführende Schulen. Andere absolvieren Freiwilligendienste oder gehen ins Ausland. Dazu kommt: Nicht jeder, der sich bei uns bewirbt, eignet sich letztendlich auch für den Beruf. Viele können sich unter dem Berufsbild Kaufmann nichts vorstellen. Um für unsere Firma und die verschiedenen Berufsbilder zu werben, arbeiten wir mit den örtlichen Schulen zusammen und bieten bezahlte Praktika für Schüler an.